Jürg Schoop  artist  photographer  writer
Workroom
Jürg Schoop / Malerei 1959-2016 Ausgewählte Werke in hervorragenden Abbildungen, von Fuji geprintet. 56 Seiten, 20x20 cm, ca. Fr. 6o.- Wieder (ergänzt) erhältlich!
Jürg Schoop/Brunnenpoesie Kassette mit 50 Fotografien im Format 20.5 x  13.5 cm. Mit Texten von Markus Lan- dert, Elisabeth Grossmann u. Markus Stegmann. Huber + Orell -Füssli -Verlag. Vergriffen, noch erhältlich beim Autor, Fr. 23.-+Porto
MOMENTAN  in Arbeit:  30 Sculptors (Arbeitstitel). Ein Buchprojekt - ein „Kunstbuch“ mit imaginären Gestalten, erfundenen Künstlern und Künstlerinnen mit ihrer Kunst, auch ein satirischer Beitrag zur Postmoderne, der nachdenklich und erhei- ternd stimmen soll. Die ausgestellten Beispiele in der Galerie „Meyers altes Hallenbad“ wurden mit Begeisterung aufgenommen. Derzeit suche ich einen Verlag für das noch nicht gänzlich fertig erstellte Projekt. Aus einem an Ort vorgestelltem Text:  Das sinnigerweise  nicht billig aufgemachte Buch soll die Betrachtung mit den Fragen konfrontieren, wie Künstler „gemacht“ werden, wie manche Kunstansprüche
übertrieben und irritierend sind angesichts des überbordenden Reichtums vorhandener endgefertiger anspruchsvoller Formen in Natur, in technischer und industrieller, auch handgefertigter Produktion, die fern eines Kunstgedankens entstanden sind. Ja,  warum solles kein pädagogisches Buch sein (verkauft sich gut wie Herr Dobelli bestätigen kann), eine deutliche Warnung für alle mit dem Plastischen und Installoiden liebäugelnden Kunststudenten. Allerdings muss ich mich beeilen, die satirische Fiktion wird laufend von der Realität eingeholt. Beflügelt auch die Arbeit. Aber  jenen, die professionell mit Kunst zu tun haben, gefällt das verständlicherweise nicht so recht.
Auch in Arbeit:  Ein kleiner lit.-philosopher Esssay  über Traumata Ursprünglich nur als kritische Anmerkung zu einem das Thema betreffenden Beitrag einer Psychologin in Julia Onkens (inzwischen eingestellter) Zeitschrift „Generations“ gedacht, nahm das Thema einen immer breiter werdenden Raum in meinem Denken ein. Ich erkannte nicht nur, dass das Thema einen beherrschenden und zu wenig beachteten Raum  im menschlichen Leben einnimmt. Mir wur- de auch klar, eigene Erfahrungen zu wenig tief bearbeitet zu haben. Die Wirkung des Traumas, im Sinne der grundlegenden Herkunft und Einflussnahme, nimmt bei mir eine Schlüsselstellung ein, die sie nicht immer hatte. Der Zusammenhang zwischen gewissen traumatischen
Formen mit dem Schicksal der Einzelnen ist natürlich hinlänglich bekannt. Ich möchte aber viel weiter gehen, aber an dieser Stelle  nicht mehr verraten. Ich habe schon vor längerer Zeit etliches geschrieben, eine historische Einführung in das Thema ist fast fertig, aber ich wurde dann immer wieder von neuen, unvorhergesehenen  gesundheitlichen Beeinträchtigungen, - eine Art von Nebentraumen, wie die alten Leute das kennen - daran gehindert, meine Arbeit fortzusetzen. Ein neuer Anlauf sollte jetzt dann möglich sein und dazu führen, das für mich wichtige, letztendliches Credo zu beenden.
In diesem Jahr habe ich auch wieder mal davon geträumt, Musik zu machen, zu komponieren, zutreffender gesagt. Weit davon entfernt, in irgend einer Tradition der Ausübung zu stehen, überkommt mich, den Dilettanten, doch sehr selten der Wunsch, selbst tätig zu werden. Seltsamerweise genügt es mir aber nicht, etwas Selbstbefriedigung zu empfinden, ich stelle dann hohe Ansprüche an mein Tun. Theoretisch bin ich kein unbeschriebenes Blatt, seit meinem 16. Lebens- jahrhabe ich Tausende von Stunden klassische Musik und ebensoviel Jazz gehört. Ich habe John Cage schon zu einer Zeit gekannt, als selbst ein Glühwurm aus den Kordilleren in der Schweiz bekannter war. 1957  besuchte ich als Musikjournalist die Donaueschinger Musiktage, erlebte
Strawinskj bei einer Probe und stand mit dem Modern Jazz Quartett auf dem Bühnnenseitengang. (Percy Heath fragte mich allen Ernstes, wann er auf die Bühne müsse.) Ich möchte nur sagen, dass ohne Musik mein Leben mehr als die Hälfte weniger Wert wäre.  Jetzt stellt sich aber heraus, dass ich zu wenig behendig geblieben bin, dem Kabel und Apparatesalat nicht mehr gewachsen, zu unsicher auf den Beinen und noch gänzlich aus dem Rennen geworfen durch die Arthrose in den Fingern, die ein freies Improvisieren nahezu verunmöglicht. Fortgeschrittenes Massaker, wie Philipp Roth es genannt hat. On verra… Dabei ist die Musik jene Kunstrichtung, in die ich das meiste Vertrauen habe.
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